Rubjerg Knude – hoch oben im Leuchtturm

An zehn Orten in Dänemark haben Realdania und das dänische Umweltamt einzigartige Natur besser zugänglich gemacht. Einer davon ist Rubjerg Knude, wo man den teilweise versandeten Leuchtturm nun wieder besteigen kann.

Rubjerg Knude ist der höchste Punkt an der Westküste von Vendsyssel. Der Steilhang ist 60 m hoch und wird durch eine Wanderdüne noch einmal um bis zu 30 m höher. Die Düne wurde vom Wind geschaffen, der Sand aus dem Hang löst und über den Rand bläst, wo er sich ablagert.

Als der Leuchtturm Rubjerg Knude 1899 erbaut wurde, war sein Standort der höchste Punkt 200 m landeinwärts. Doch Wind und Meer trugen den Hang nach und nach ab, so dass der Leuchtturm heute nur noch wenige Meter vom Rand ent­fernt steht. Er war noch nicht sehr alt, als bereits die ersten Flugsandprobleme auftraten. Nicht nur der Gemüsegarten des Leuchtturmwärters versandete, auch die Düne über der Steilküste wurde so hoch, dass man von den Schiffen das Licht des Leuchtturms kaum sehen und das Nebelhorn gar nicht hören konnte. Den Flugsand durch Bepflanzung in Zaum zu halten, wie es anderenorts an der Küste geschah, gelang hier nicht. Die Natur war zu stark. Einige Jahre lang wurden jedes Jahr große Sandmengen vom Leuchtturm abgefahren, doch 1968 wurde der Betrieb aufgegeben.

Der Turm wurde danach zum äußerst anschaulichen Sand­flugmuseum, denn die Leuchtturmgebäude wurden allmäh­lich vom Sand verschlungen und das Museum musste schlie­ßen. In den letzten Jahren war die Küstenerosion so stark, dass der Leuchtturm der Abbruchkante immer näher kam. Dadurch begann der Wind, den Sand vom Turm weg- und weiter ins Land hineinzutragen, und der Leuchtturm wurde wieder zugänglich.

Um dem Publikum die Möglichkeit zu geben, die gewaltige Natur aus der Vogelperspektive zu erleben, wurde im Turmin­neren eine Treppe gebaut, die bis zur oberen Aussichtsplatt­form führt.

Gleichzeitig wurde ein großes Lichtprisma eingebaut, das für fantastische Effekte im Turm sorgt. Es wirft das Licht in den Leuchtturm hinein, der früher seinen Lichtstrahl auf das Meer hinaussendete.

Durch dieses Projekt ist die Region um eine Attraktion reicher geworden. Eine zusätzliche Dimension erhält es durch seine zeitliche Begrenzung. Denn in den nächsten 10 bis 15 Jahren wird der Hang wohl so weit erodiert sein, dass der Leuchtturm ins Meer stürzt

ARBEITSPLATZ LEUCHTTURM

Der Leuchtturm Rubjerg Knude war von Anfang an mit drei Männern und ihren Familien besetzt – einem Leuchtturmwärter, seinem ersten und seinem zweiten Gehilfen. Die Wachstube im Turm musste jede Nacht bemannt sein, daher wur­de in Schichten gearbeitet. Die Gaszufuhr musste überwacht und das Uhrwerk des Linsenapparates alle drei Stunden aufgezogen werden. Wenn Nebel aufkam, mussten die Motoren im Maschinenhaus angeworfen und betreut werden. Das Uhrwerk für das Nebelsignal war aufzuziehen und nach Schiffen Ausschau zu hal­ten, die in Schwierigkeiten geraten waren. Und schließlich sollten die Vögel, die ins Linsengehäuse flogen, für das Zoologische Museum eingesammelt werden.

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Der höchste Punkt

Rubjerg Knude Ryr

Rubjerg Knude erhebt sich insgesamt ca. 90 m über dem Meeresspiegel. Eine 40 m hohe Düne aus Flugsand hat sich auf der etwa 50 m hohen Steilküste gebildet. Die Dünenbildung war während der letzten 50 Jahre besonders stark, und zeitweise war die Düne genauso hoch wie der Leuchtturm.

Die Steilküste Lønstrup Klint

Rubjerg Knude

Auf dem 15 km langen Küstenabschnitt von Lønstrup nach Løkken hat man die einzigartige Möglichkeit, die geologische Entwicklung dieses Landstrichs zu erkunden. Der höchste Punkt dieser eindrucksvollen Steilküste namens Lønstrup Klint ist Rubjerg Knude.

"Sand und Sandverwehungen"

In den Gebäuden um den Leuchtturm war zwischen 1980 und 2002 eine Ausstellung des Vendsyssel Historiske Museum über dieses Thema und die Geschichte des Leuchtturms untergebracht. Diese Ausstellung ist jetzt im Gebäude Strandfogedgården zu sehen, das wenige Kilometer südlich beim alten Friedhof von Rubjerg liegt.Rubjerg Knude Fyr

Nützliche Links

Vendsyssel Historiske Museum

Fotos der Riesendüne Rubjerg Knude

Lampe und Nebelhorn des 23 m hohen Leuchtturms wurden anfangs mit vor Ort erzeugtem Fettgas betrieben.